MONIKA FIORESCHY

 
 

Der Schwerpunkt meiner Arbeiten ist ganz auf das Weben konzentriert.

Ich habe die uralte Kunst des Webens in die heutige Zeit transformiert und aktualisiert, indem ich den Wollfaden mit dem Silikonschlauch getauscht habe.

1993 schaute ich bei einer Herzoperation zu und habe dabei den Silikonschlauch entdeckt, den Bluttransfusionsschlauch. Der Materialwechsel war ein Transfer in

eine völlig andere Welt und habe die herkömmliche Bildweberei radikal transformiert.

Darauf aufbauend entwickelte ich die neue Kunstform "Transfusionsbild", indem ich das Silikongewebe anfangs mit Blut (Bluttransfusionsschläuche), dann mit

Chlorophyll (ebenfalls ein Lebenssaft) und dann auch mit Farbe füllte.

In Anlehnung an medizinische Bluttransfusionen, greife ich bewusst die Bilder der Opfermythologie auf, allerdings stehen die positiven Aspekte der Lebenser-

haltung und Lebensstiftung im Vordergrund.

Damit ist es mir gelungen aus der traditionellen Textilkunst herauszufinden und das entstehende "Webbild" unabhängig von der Formsprache mit zusätzlichen Inhalten

aufzuladen. Das Gewebe hat nicht nur mehr eine passive, rein bildtragende Funktion, sondern diktiert nun Form und Struktur des Bildes mit und nimmt selbst in der

Bildgestaltung teil. Mit dieser neuartigen Technik erreiche ich Raum-, Struktur und Farbeffekte und nenne sie SIL IKONEN.

Jede Kunst kommt aus der Erinnerung und wer sich nach vorne erinnert, nimmt sich selbst auf den Weg.

Rhythmische Reihungen mit vielen Variationen bis hin zu exakten geometrischen Kompositionen. Durch das dichte Aneinanderlegen der Schlauchlinien wird eine

monochrome Wirkung erzeugt. Ich knüpfe mit meinem Werk an die gegenstandslose Formensprache an. Auch die Übergänge vom Bild zum Objekt, sowie das

Material, als Bildträger sind der zentrale Punkt.

Abstrakiton bildet das Fundament des menschlichen Verstehens: Webabstraktion.